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Einsturzursache von Turnhalle geklärt
Die Ursache für den Einsturz der Riethüsliturnhalle im Februar 2009 ist nun bekannt. Schuld am ganzen Unglück waren die zu schwachen Dachträger. Die St.Galler Staatsanwaltschaft hat dies am Donnerstag bekannt gegeben.
Wir erinnern uns wahrscheinlich alle an diesen 24. Februar, wo sich plötzlich in ganz St.Gallen herumsprach, dass die Dreifachturnhalle im Riethüsli eingestürzt sei. Auch im Ausland wurde die Nachricht schnell verbreitet, da das Geschehen nur knapp an einer weiteren grossen Einsturzkatastrophe in Europa vorbeigegangen war.
Am frühen Morgen des 24. Februars gaben die Stahlträger der relativ neuen Turnhalle nach. Wie durch ein Zufall wurde niemand verletzt. Normalerweise wäre das Personal des Hausdienstes um diese Zeit in der Halle gewesen. Diese waren an jenem Tag jedoch mit der Schneeräumung beschäftigt. Und auch nur gerade eine halbe Stunde später wären 80 Schüler im Gebäude gewesen. Überlebenschancen für Personen in der Turnhalle hätte es vielleicht am Rand gegeben, wie die Feuerwehr damals auf Anfrage aussagte.
Die Halle war zu diesem Zeitpunkt erst drei Jahre alt und somit nach den neusten Erkenntnissen gebaut. Einer solchen Situation hätten die Stahlträger standhalten sollen.
Wenn man damals das Gebäude betrachtete (siehe Bilder) sieht man, mit was für einer Wucht die Front heraus gepresst wurde. Stahlteile waren in einem Umkreis von 15 Metern zersträut, sogar der Ballfangzaun in zehn Meter Entfernung war beschädigt.
Die Schneeräumarbeiten weiterer Turnhallendächer im Kanton begannen noch am selben Nachmittag. Denn vermutet wurde bis gestern, die Turnhalle sei durch die feuchten, schweren Schneemassen eingestürzt.
Nun, nach über einem Jahr, steht tatsächlich fest, dass die Stahlträger zu schwach gebaut waren. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa stellte fest, dass die Träger nicht der SIA- Norm
(SIA: führende Verband für Ingenieure und Architekten, Herausgeber von Normen der Baubranche) entsprachen. Eigentlich waren beim Bau verstärkte Träger vorgesehen, welche aus unbekannten Gründen nicht verwendet wurden. Diese hätten den Schnee auch ohne Probleme tragen sollen. Die zu schwachen Dachträger lösten eine Kettenreaktion aus.
Nun will der Kanton Schadensersatz für den Einsturz der über 13 Millionen Franken teuren Turnhalle. Dies wird auf einen längeren Rechtsstreit hinaus führen, da zuerst noch die Verantwortlichen ausgemacht werden müssen.
Bald soll ein Turnhallenprovisorium erstellt werden, welches wiederum viereinhalb Millionen Franken kostet. Der Turnunterricht der Schüler fand bis jetzt in verschiedenen Gebäuden in der Stadt statt.
Artikel/ Bilder: Julian Stiefel
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